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Stoffe kaufen – worauf kommt es an?

Super, du möchtest etwas nähen und das zum ersten Mal!? Was immer es auch werden soll – der erste Schritt ist immer der Stoffkauf. Hier ist die Auswahl einfach riesig. Bevor du im Meer von Stoffen, Farben und Mustern untergehst, möchte ich dir einige wichtige Tipps zur Seite stellen.

Das Kaufen und Zuschneiden von Stoffen

Im Handel werden unterschiedliche Stoffbreiten angeboten – 90 cm oder 130 cm sind dabei die gängigen Formate. Die Dekostoffe hingegen liegen bis zu 150 cm. Merke dir, je breiter der Stoff ist, desto weniger Länge wird benötigt. Wenn du einen gemusterten Stoff verarbeiten möchtest, dann musst du beim Kauf etwas großzügiger sein, denn nur so kannst du sicherstellen, dass die Muster gut zueinander passen.

Bei Cord und Samtstoffen handelt es sich um Stoffe mit samtigen Flor. Damit sieh ihr tolles Aussehen behalten, müssen diese stets „gegen den Strich“ zugeschnitten werden. Streiche mit der Hand über den Stoff und fühlst du etwas Widerstand, wird das „gegen den Strich“ genannt. Kannst du den Stoff dagegen glatt streichen, dann ist das „mit dem Strich“. Lege zum Schneiden alle Schnittmusterteile mit den unteren Kanten in die gleiche Richtung, gegen den Strich.

Vor dem Nähen: wasche den neuen Stoff

Bevor du mit dem Nähen beginnst, solltest du alle Stoffe einmal waschen, und zwar so, wie du das fertige Stück später auch waschen wirst – Handwäsche oder Waschmaschine. Dazu solltest du unbedingt die Pflegehinweise des Herstellers beachten.

Gut zu wissen: Oft laufen die Stoffe beim ersten Waschen etwas ein und auch Appreturen lassen sich vor dem Nähen besser herauswaschen. Am besten nimmst du einen Wäschebeutel zum Waschen in der Maschine zu Hilfe. Für den Trockner geht es ohne. Die Kanten musst du jedoch vor dem Trocknen aufgrund der starken Bewegungen zuerst versäumen – oder du verzichtest darauf und lässt die Stoffbahnen lufttrocknen.

Wichtig: Vor dem Nähen bügle das Stoffstück, damit du es faltenfrei zuschneiden kannst.

Baumwolle: Sie erleichtert den Einstieg

Für dein neues Hobby wird dich sofort der hübsche bunte Baumwollstoff begeistern. Baumwolle ist einfach, zu verarbeiten, und läuft hervorragend durch jede Nähmaschine und das selbst ohne die Tricks, die du später als erfahrene Hobbyschneiderin draufhaben wirst. Mit Baumwolle kannst du die typischen Einsteigerstücke nähen, wie beispielsweise Taschen oder Kissenbezüge.

Seersucker – einfach und chic anzusehen

Ein merkwürdiger Name für einen Stoff, aber auch hierbei handelt es sich um Baumwolle. Du erhältst Seersucker ebenfalls in Microfaser. Dieser Stoff zeichnet sich durch seine geriffelte Struktur aus, ebenso durch seine Pflegeleichtigkeit und das beste ist, der Stoff muss nicht gebügelt werden. Krumme Nähte verschwinden hier einfach in der gekringelten Oberfläche.

Zumeist gibt es Seersucker in Streifen- oder Karooptik. Aber auch Blümchen-Muster findest du in Seersucker-Qualität. Zumeist werden daraus Kleider und Blusen für den Sommer gefertigt, die locker am Körper sitzen sollten.

Fleece – wenn du es eilig hast

Fleece ist ein moderner Stoff und dieser ist für Einsteiger empfehlenswert. Denn er lässt sich zum einen sehr einfach zuschneiden und fusselt dabei noch nicht einmal an den Rändern. Du kannst hier auf das versäumen verzichten, wenn du die Kanten mit einer Zickzack-Schere schneidest. Ohne vorheriges Heften kannst du Fleece in der Nähmaschine schnell zusammennähen.

Du kannst aus bunten Fleece Hosen oder Hängerchen für Kleinkinder nähen. Oder aber auch einen Schal oder eine Weste, zum Verschenken. Fleece wird in ausgesprochen witzigen Mustern angeboten. Hier kannst du schnell einen Erfolg verzeichnen, auf den du zu Recht stolz sein kannst.

Cordstoff – bist du bereit es zu wagen?

Bist du mutig oder hast genügend Erfahrung gesammelt? Dann nähe etwas aus Cord. Cord ist in der Regel samtweich im Vergleich zu Baumwolle. Ganz anders als Nicki-Stoff Cord jedoch nicht so schwer zu verarbeiten. Besonders Baby-Cord ist besonders dünn, so dass er sich leicht durch die Maschine transportieren lässt. Nur wenn du den Stoff zuschneidest, ist Konzentration angesagt. Lege die Schnittteile stets gegen den Strich auf den Stoff.

Muster-Tipp: Halte Ausschau nach bedruckten Cord.

Nicki & Jersey – diese Stoffe sind nur für Geübte

Hast du schon einmal versucht, ein T-Shirt zu kürzen? Dann weißt du, dass diese Stoffe ein Eigenleben haben. Denn Jerseystoffe – aus denen unter anderen auch T-Shirts hergestellt werden – sind dehnbar, wodurch sie angenehm tragbar sind. Doch Jersey verarbeiten? Das ist mühsam. Dafür muss der Stoff mit einigen Geschick durch die Nähmaschine geführt werden und du darfst daran keinesfalls ziehen. Das gilt auch für Nicki-Stoff. Wenn du es nicht richtig machst, dann erhältst du wellige Kanten. Spare dir dieses Abenteuer besser für später auf.

Taft & Seide – ein rutschiges Terrain

Du hast wenig Näherfahrung? Dann lasse besser die Finger weg von den feinen Stoffen. Selbst wenn die bunte Seide noch so verlockend aussieht. Du musst viel Übung mit der Nähmaschine haben, um an diesem rutschigen Stoff eine saubere Naht hinzubekommen. Das gilt ebenfalls für Taft, der deutlich günstiger ist und zumeist als Futterstoff verwendet wird. Es gibt die Stoffe in vielen Farben und sie glänzen herrlich, dass du mit Sicherheit auf die tollsten Ideen kommst. Doch bereits beim zuschneiden, wirst du bemerken, wie schnell der Stoff anfängt zu fusseln. Die Kanten säubern? Das ist für einen Ungeübten mehr als nur schwer.

Wo können die besten Stoffe gekauft werden?

Du kannst tolle Stoffe online kaufen und besonders bei den bunten Baumwollstoffen ist es möglich, die Qualität anhand der Fotos gut abzuschätzen. Möchtest du hochwertigere Stoffe verarbeiten, dann versenden die Stoffhändler auf Wunsch auch Stoffproben im sogenannten Musterversand.

Die Stoffe werden als Meterware oder im Stoffpaket angeboten. Restposten sind besonders günstig und du kannst Stoffreste in den Angeboten finden. Diese sind ausreichend, wenn es sich um kleinere Nähstücke handelt. Falls nicht, dann nehme einfach einen anderen Stoffrest dazu. Denn teilweise kann das Wechselspiel von Stoffarten und Farben sehr schön sein.

Stoffreste – das kommt auf dich zu

Ich rate dir, für deine ersten Nähversuche Stoffreste zu kaufen. Diese werden in sehr schönen Zusammenstellungen angeboten, mit denen du dann kleine Taschen, Kissen, Patchwork oder Applikationen herstellen kannst. Bei den Stoffresten im Paket handelt es sich um eine günstige Alternative, die immer wieder voller schöner Überraschungen stecken.

Tipp: Hebe deine eigenen Reststücke auf. Bei späteren Nähprojekten wirst du glücklich sein, wenn du auf diese Reserven zurückgreifen kannst.

Ich grüße Dich herzlich,

Laura

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