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Nähkurs: 15 Tipps für tolle Ergebnisse beim Nähen

Ich muss selbst zugeben, dass es beim Nähen nicht immer nur um die tollen Ergebnisse geht, sondern der wichtigste Moment ist vielleicht auch der des Kreativ-Seins. Oder soll ich besser sagen, dass Sich-Hineingeben in das Projekt, das gerade bearbeitet wird.

Damit das Näh-Projekt zu einem Erfolg wird, hier ein paar wichtige Tipps & Tricks, die ich selbst erprobt habe.

1. Wasser, Dampf & Hitze

Es wird überall geschrieben, dass der Stoff, bevor er zum Nähen genutzt wird, gewaschen werden soll, damit ein späteres Einlaufen verhindert wird. Das ist selbstverständlich notwendig, wenn du größere Kleidungsstücke wie Blusen, Hosen, Röcke etc. nähen möchtest. Denn so passt das auf Maß geschneiderte Kleidungsstück auch nach der ersten Wäsche noch perfekt. Möchtest du jedoch kleinere Dinge aus Baumwolle nähen, dann ist es oftmals ausreichend, den Stoff vorab mit dampf zu bügeln (Dampfbügeln). Denn durch das Waschen erhält der Baumwollstoff oftmals unschöne Dauerfalten, was mit der starken Appretur zu begründen ist, besonders wenn es sich um Dekostoffe handelt. Zudem können die Schnittkanten ausfransen.

Ich bügele meine Stoffe als Alternative heiß und mit viel, viel Dampf. Der leichte Shrinkle-Effekt ist sogar bei manchen Näh-Projekten durchaus erwünscht. So soll beispielsweise eine Patchwork-Decke ja nicht wie abgezirkelt aussehen, sondern als wenn sie gerade aus Grannys Cottage kommt, oder?

2. Bügeln, Bügeln und nochmals Bügeln

Selbst wenn es sehr abgedroschen klingt, wenn nach Anleitung gebügelt werden soll. Doch glaube mir, tue es einfach. Denn durch das Bügeln werden die Fasern geglättet, es legt Nähte dort wo sie liegen sollen und auch die Nähkonstruktion wird stabilisiert. Zudem wird auch verhindert, dass sich bei der Weiterverarbeitung Fehler einschleichen. Wenn du zu denjenigen gehörst, für die das Bügeln ein rotes Tuch ist oder weil das Bügelbrett einfach scheußlich aussieht, dann nähe doch ruckzuck einen neuen Bezug aus deinem Lieblingsstoff. Glaube mir, das hilft 😉

3. Vergesse niemals das abmessen

Messe lieber einmal mehr nach, als zu wenig bzw. als aufzutrennen. Ich kann dir sagen, mir sind da schon Sachen passiert – du wirst es nicht glauben!

4. Der Nudelholz Trick

Wenn du Nähte auseinanderbügeln musst, dann funktioniert das leicht, wenn du die Naht über Nacht über ein Nudelholz oder einen Holzlöffel spannst und dann mit dem heißen Bügeleisen vorsichtig darüber gleitest.

5. Der Anti-Rutsch-Trick

Es ist einfach nervig, wenn das tolle Patchwork-Linial immer wieder während des Abmessens verrutscht. Im Handel gibt es zwar Anti-Rutsch-Aufkleber, aber die sind einfach viel zu teuer. Hier ins Gel-Streifen eine Alternative, die du früher bspw. für einen besseren Tragekomfort in Highheels geklebt hast. Diese sind durchsichtig und sie haften auch ausgezeichnet und halten somit das Lineal dort, wo es liegen soll und das, ohne zu verkleben.

6. Die 3. Hand

Wenn ich etwas auftrennen muss, dann klemme ich den Zipfel des Stoffes gern unter den Nähfuß – wobei die Nadel oben bleibt, denn ansonsten hast du Löcher im Stoff, wenn Zug darauf entsteht. So kann der Stoff dann bequem gestrafft und aufgetrennt werden.

7. Der Pinzetten-Trick

Wenn du keine circa 15 cm lange Pinzette im Haus hast, mein Rat, schaffe dir eine an. Diese sollte vor leicht geriffelt sein und gut greifen. Denn sie kann dir dabei behilflich sein, beispielsweise Schrägband während des Nähens zurechtzuzupfen, ohne das du dir in die Finger nähst. Zudem kannst du auch Ecken ausformen, ohne den Stoff zu zerlöchern. Des Weiteren ist sie auch hilfreich, wenn es nach dem Auftrennen daran geht, die Fadenreste aus dem Stoff zu ziehen ohne gleich einen Krampf in den Fingern zu bekommen.

8. Der Fusselrollen-Trick

Du musstest (ärgerlicherweise) eine lange Naht auftrennen und der Stoff ist voller Fadenreste? Hier ist dann der Pinzetten-Trick auch nicht sonderlich hilfreich. Besser und einfacher kannst du die Fadenreste mit einer Fusselrolle aufnehmen.

9. Der OP-Saal Trick

Arterienklammern sind ein weiterer Trick, der aus der Welt der Medizin in den Bereich Nähen gekommen ist. Denn mit ihnen kannst du taschenecken sehr gut ausformen, denn sie haben keine zu spitze „Schnauze“. Aber was noch wichtiger ist, du kannst alles Wendbare wenden. Dafür einfach ein Stücken der Tasche durch die Wendeöffnung greifen, die Klemme schließen und dann ziehen. Das funktioniert im Übrigen auch sehr gut bei Taschenhenkeln.

10. Der Party-Tischdecken Trick

Du musst Schnittmuster abpausen, aber willst einfach nicht viel Geld für das teure Spezialpapier ausgeben? Dann ist eine Partytischdecke eine Alternative. Die kannst du rollenweise kaufen und sie sind durchsichtig genug, damit das Abpausen möglich ist. Zudem können sie sehr gut mit Nadeln im Stoff befestigt werden und sind zugleich stabil und flexibel. Somit kannst du das fertige Schnittmuster zusammenlegen und wiederverwenden. Sind Falten drin? Dann bügel diese ganz einfach heraus.

11. Scheren schärfen – der Trick zum Scheren schärfen

Ein wesentlicher Teil des Nähglücks hängt oftmals von scharfen, präzisen Scheren ab. Aus diesem Grund solltest du die Schere ausschließlich für Stoffe nutzen, aber niemals zum Ausschneiden von Schnittmustern oder Ähnlichem. Wenn du eine Schere schärfen musst, dann nehme einfach ein großes Stück Alufolie, falte es ein paar Mal und zerschneide es mit der Schere. Et voilà – sie ist wieder scharf.

12. Der Trick mit der Stahlwolle

Stumpfe Stecknadeln musst du nicht entsorgen, sondern diese werden wieder spitz, wenn du dein Nadelkissen nicht mit Bastelwatte stopfst, sondern mit Stahlwolle. Dann schärfen sich die Nadeln beim Einstecken ganz von selbst.

13. Einfädeln – es ist immer wieder nervenzerreißend

Wenn du einen Faden einfädeln musst, dann ziehe ihn vorher durch ein wenig mit Kerzenwachs oder Labello eingefettete Finger. So kann er sich nicht aufzwirbeln und er lässt sich einfacher durch das Nadelöhr ziehen.

14. Der Trick mit dem Reißverschluß

Werden Reißverschlüsse vor dem einnähmen mit Dampf gebügelt, dann schrumpfen sie nicht bei der ersten Wäsche – was hässliche Falten erzeugt und das Kleidungsstück verkürzt. Erst nachdem du den Reißverschluss mit dem Dampfbügeleisen bearbeitet hast, kürzt du ihn auf die gewünschte Größe, denn dieser wird beim Bügeln einlaufen.

15. Beachte den Fadenlauf

Musst du Nähte mit der Hand machen, dann gleitet der Faden wesentlich besser durch den Stoff, wenn du diesen Tipp beachtest: Lasse die Garnspule aufrecht stehen, wenn du das Fadenende einfädelst. Ziehe den Faden durch das Öhr und schneide es erst dann ab. So fädelst du den Faden nicht gegen den Strich ein.

Noch ein letzter Tipp

Bist du der Typ, der gern die verdorbenen Näh-Projekte aufhebt, in der Hoffnung, dass du sie später, mit mehr Erfahrung doch noch retten kannst? Das ist absoluter Unsinn, glaube mir. Denn zum einen gefällt dir der Stoff irgendwann nicht mehr, das Kind ist inzwischen um zwei Kleidergrößen gewachsen und wenn du ehrlich bist, und darüber nachdenkst, wie viel du auftrennen musst, um den Stoff noch einmal zu verwenden – dann wird dir sowie schon ganz anders zumute?! Also ab in den Müll damit. Denn ein schief gelaufendes Nähprojekt verhindert, dass du dich weiterentwickelst, und es erinnert dich stetig daran, wie es hätte sein können. Nimm bitte diesen Rat an, so schwer es dir auch fällt – kloppe sie in die Tonne und widme dich einem neuen kreativen Lieblingsprojekt.

Ich hoffe diese Tipps und Tricks gefallen dir und helfen dir bei deinen zukünftigen Nähprojekten weiter.

Deine Laura

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